Nick Hornby - A Longway Down

Wenn die Geschwindigkeit, mit der man ein Buch liest darüber Auskunft gibt, wie gut es ist bzw. wie gut es einem gefällt (und davon wollen wir doch einfach mal ausgehen, denn kaum einer wird ja besonders viel Energie in ein Buch stecken, nur um den ätzenden Schmöker schnell hinter sich zu bringen), dann muss A Longway Down von Nick Hornby ein wirklich gutes Buch sein.

Für 250 Seiten paperback in dünn und wenig augenfreundlicher Schriftgröße habe ich ziemlich genau einen Tag gebraucht.

London an einem Silvesterabend, Ex Tv-Star Martin Sharp hat keine Lust mehr auf sein Leben, nach einigen Skandalen und einem dreimonatigen Gefägnisaufenthalt steht er vor den Scherben seiner Existenz ohne wirklich eine Aussicht auf Besserung. Also beschließt er seinem Leben ein Ende zu setzen, durch den Sprung vom einem Hochhaus. Doch mit Idee, Zeitpunkt und Ort des Freitods ist er nicht allein und so stehen innerhalb kurzer Zeit vier Personen auf dem Dach, die ihrem Leben an diesem Abend ein vorzeitiges Ende durch den Sturz von einem Hochhaus setzen wollten.

A Long Way Down ist fesseld, hervorragend geschrieben und - wenn auch oft bitterböse- immer amüsant. Nick Hornby zeichnet vier starke Figuren und ist dabei sehr detailreich, verleiht jedem mehr Eigendynamik und Charakter als es anderen Authoren mit einer einzigen Hauptfigur gelingt. Er schafft durch die hervorragende Erzählperspektive einen Einblick in die Gemütslage der Protagonisten, in der immer auch ein wenig Verständnis für die Lage und die Motive der Personen mitschwingt und die einen selbst zum Nachdenken und zum Fragenstellen anregt.

A Long Way Down ist  eine Achterbahnfahrt, die nicht eine Sekunde langweilig wird; die zwar unglaublich aber doch realistisch wirkt, die sich so wohl in jeder westlichen Großstadt abspielen könnte.

Nach dem inzwischen wohl zu dem Klassiker der Fussballbücher gewordenen "Feverpitch", und den beiden hervorragenden Büchern High Fidelity und About A Boy (übrigens alle drei verfilmt) war ich von Hornbys letztem Roman "How To Be Good", eher enttäuscht, thematisch war es nicht meins und ich habe es nie weiter als bis Seite 100 (wenn es hoch kommt) gelesen. Aus meiner Sicht meldet sich Nick Hornby mit A Long Way Down erfolgreich zurück und auch wenn die eingehend genannten Bücher großartig sind, A Longway Down stellt sie in den Schatten.