A Star Called Henry - (Über)Leben, Kämpfen und Fluchen in Irland

Mit dem bereits 1999 erschienen Buch "A Star Called Henry" veröffentlichte Roddy Doyle (Autor von The Commitments, übrigens auch Teil einer Trilogie um eine irische Familie) den ersten Teil der Trilogie The Last Round-up über die Abenteuer von Henry Smart.


Henry Smart wird 1901 in Dublin geboren, eines von vielen Kindern in den Armenvierteln von denen die meisten kaum eine Chance haben, alt zu werden, doch Henry ist größer, klüger und stärker als die meisten anderen und so überlebt er auch auf sich allein gestellt in den Straßen von Dublin bis er als Teenager Mitglied der IRA wird und an Osteraufstand 1916 teilnimmt und später als Ausbilder für die IRA Guerrila Kämpfer gegen die britischen Truppen in Irland aktiv ist und zu einer der (fiktiven) Legenden des Freiheitskampfes wird der schließlich zur Gründung der Republik Irland 1921 führt.

 

A Star Called Henry gibt einem einerseits eine hervorragende Lektion in den wichtigsten englischen Kraftausdrücken, die man so in der alltäglichen Konversation einsetzten könnte, es ist aber auch darüber hinaus noch ein sehr spannendes Buch, das eine Übersicht über die Geschichte und die soziale Situation Irlands am Anfang des 20. Jahrhunderts gibt und einen sehr interessanten und auch kritischen Blickwinkel auf den irischen Freiheitskampf und die Politik an sich wirft.

Irgendwo zwischen den Politikern, die aus Kalkül oder auch echter Überzeugung an den Anspruch des Volkes (philosophischer oder romantischer Natur), motiviert sind, die Loslösung vom Vereinigten Königreich voranzutreiben, taucht das Straßenkind Henry Smart auf, das die ersten Jahre seines Lebens die schlechte Seite Dublins erlebt hat, Armut, Gewalt und der tägliche Überlebenskampf, in dem einige seiner Geschwister und seiner Familie auf der Strecke geblieben sind.

Er schließt sich der IRA und ihren Ideen an und trifft einige der "Großen" die in Geschichte eingegangen sind wie DeValera oder Collins und nimmt ihre Überzeugungen an und kämpft für sie.

Doch am Ende erinnert das ganze fast schon an George Orwells Animal Farm, als die Revolution anfängt ihre Kinder zu fressen und neue mächtige Männer auftreten, die nicht mehr nur die Freiheit sondern reale (Eigen) Interessen umsetzten und bewahren wollen. Und die sind für Henry Smart mindestens genauso gefährlich wie die englischen Besatzer, die ihn vorher gejagt haben und vor Ihnen flieht er nach England und in den zweiten Teil der Trilogie "The Last Round Up".

 

A Star Called Henry liest sich kurzweilig, weiß mit starken, oft eigenwilligen Charakteren zu bestechen und bietet eine interessante Geschichte, die beim Lesen immer Lust auf mehr macht und einige interessante Ansichten und Seitenhiebe liefert.